Diktate

Kommt Diktat von Diktator?

Habt ihr in der Grundschule auch Diktate geschrieben? Für mich war das immer ein wichtiger Bestandteil meiner Grundschulzeit, aber zum Beispiel eure jüngeren Geschwister, die zur Zeit in der Grundschule sind, werden das vielleicht gar nicht mehr erleben. Es gibt gerade nämlich Diskussionen über das Prinzip von Diktaten und ob sie pädagogisch überhaupt sinnvoll sind.

Die Kritiker sagen nämlich, dass Diktate oft eher weniger zur Rechtschreibförderung beitragen und ein zu hohes Stresslevel für die Kinder bedeuten. Ein gutes Gegenargument ist es meiner Meinung nach, dass wir ja auch in anderen Schulfächern Klausuren schreiben und eine Matheklausur, nur weil wir sie stressig finden, diese nicht abgeschafft wird. An welchem Punkt ich aus eigener Erfahrung aber zustimmen kann, ist, dass manche Schüler bestimmt mal Flüchtigkeitsfehler machen oder sich zu sehr auf ein Wort fokussieren und dadurch die nächsten Worte des Lehrers überhören und plötzlich das Diktat vorbei ist.
Es sprechen aber auch sehr viele Punkte für das Diktat, wie zum Beispiel, dass sie die Rechtschreibkompetenz verbessern können. Sie fördern außerdem das Hörverständnis und die Konzentration. Zusätzlich fördert es noch das Einprägen von Wörtern und Sätzen. Lehrkräfte können sich dadurch aber auch ein paar Vorteile verschaffen, wie zum Beispiel, dass ein Diktat gut als Diagnoseinstrument dient. So kann man aus einem Diktat gut ablesen, wie hoch der Lerneffekt war und man kann Hinweise für den weiteren Unterricht erhalten. Man kann hier aber auch wieder sagen, dass die Kinder einem hohen Stresslevel, wie bereits genannt, ausgesetzt waren. Ein Diktat bietet aber auch eine effiziente Vorbereitung, da Lehrer den Text nur ein paar Mal einsprechen müssen. Dann gibt es noch die Behauptung, dass ein Diktat eine positive Lernatmosphäre bietet und dies den Druck auf die Schüler reduziert. Dies ist meiner Meinung nach aber ein Punkt, der Diskussionsbedarf hat, da dieser aufgrund der zuvor genannten Argumente eher weniger Sinn macht.
Ein weiter Kontrapunkt ist, dass die Kinder unter einem hohen Zeitdruck stehen, da sie beim Zuhören mitschreiben müssen und daher weniger Zeit haben, über die korrekte Rechtschreibung nachzudenken. Was man auch noch erwähnt haben muss, ist, dass es auf der weiterführenden Schule Diktate geben wird. Wenn du aber in der Grundschule nie darauf vorbereitet wirst, können deine Noten ganz schnell in den Keller sinken und du könntest bis zur zehnten Klasse nie so richtig gelernt haben, wie das denn so richtig funktioniert. Denn die weiterführende Schule muss dann ja auch darauf Rücksicht nehmen, dass ihr das zuvor nie richtig gelernt habt, wie so ein Diktat überhaupt aufgebaut ist und kann erst später mit den fortgeschrittenen Diktaten starten.
Würde dir diese Situation aber nicht auch mal im realen Leben begegnen? Jetzt mal angenommen, du hast später einmal einen Bürojob und bist im Kundengespräch, der Kunde sagt dir wichtige Daten und du musst sie nebenbei auf einem Blatt Papier mitschreiben. Jetzt stell dir mal vor, du wurdest in der Schule nie richtig drauf vorbereitet und kommst überhaupt nicht mit.
Zusammengefasst kann man sagen, dass Diktate dich durchaus auf das spätere Leben vorbereiten können, aber es trotzdem ein paar Verbesserungsvorschläge gibt. 

Foto: National Cancer Institute auf unsplash.com

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